MeStuTa in Mannheim – Fachschaftsarbeit zwischen Schloss und Planquadraten

„Wenn man einer Fachschaft ein Mal zu viel Freiraum lässt, dann passiert so etwas wie die MeStuTa.“ Mit diesen Worten begrüßt Dr. Andreas Wagenknecht, akademischer Rat, zur Tagung in der Quadratestadt. Und in Mannheim wird rangeklotzt, schließlich ist es auch eine Arbeiterstadt. Da verwundert es nicht, dass im einzigartigen Master Medien- und Kommunikationswissenschaft die thematische Gestaltung des Studiengangs den Studierenden überlassen wird. Ausgestattet mit dem obligatorischen Jutebeutel und, in Anlehnung an die MeStute, einem Wendy-Heft (für das jemand wohl seine Sammlung aufgelöst hat), kann es losgehen mit dem offiziellen Programm.

Der Tagung erster Programmpunkt: Ein Vortrag von Andrea Eisenblätter, Leiterin der ZDF-Fernsehforschung. Sie wirkt wesentlich an der Programmplanung und deren Budgetierung wie Qualitätskontrolle mit. 85 Sendeplätze sind regulär zu besetzen. Dabei gibt es einige Herausforderungen: So muss das Programm möglichst nahtlos ineinander übergehen, um einen Audience Flow zu erzielen, so müssen die Daten von 10.500 TeilnehmerInnen des AGF-Fernsehpanels ausgewertet werden, um Sehgewohnheiten und Bedürfnisse der Zuschauer zu erkennen. Auch den Social Media Hype will man beim ZDF nun abfangen.

Weiter geht es mit Simon & Paul. Die heißen eigentlich Simon und Tobias, doch das hört sich als Markenname „irgendwie blöd“ an. Beide haben an der Uni Mannheim studiert und früh ihre Leidenschaft für Fotografie und Genusskultur entdeckt. Und so gründeten sie, nach einem Aha-Erlebnis in einer Kneipe, mal eben ein Unternehmen. Heute erstellen Sie Fotos und Videos u. a. für Weingüter, Cafés und Bars. Was das Studium dazu beitrug, und wie sich der Unternehmensgründungsprozess gestaltete, erklärten sie in einem spannenden Vortrag.

Wer mehr erfahren möchte, findet Simons Steckbrief auf unserer Website: http://medienstudierende.eu/simon-fessler-universitaet-man…/

Auch heißt es alle Semester wieder: Fachschaftsarbeit! In Expertengruppen tauschten sich ca. 60 Medienstudierende aus knapp zwanzig verschiedenen Hochschulen über Organisation und Arbeitsweise ihrer Studierendenvertretungen aus. So wurden Tipps & Tricks in der alltäglichen Arbeit ausgetauscht – alles mit einem Ziel: Das Studium aller Medienstudierender zu verbessern.

Am nächsten Tag versammeln sich die Delegierten zur Versammlung des Vereins. Der wichtigste Tagungsordnungspunkt: Die Geschäftsordnung. Sie regelt den Ablauf der Mitglieder- und der Delegiertenversammlung. Einstimmig wird sie angenommen. Darauf folgt ein Blick in die Zukunft des Vereins. Das Hauptziel des Vereins ist die jährliche stattfindende „Irgendwas mit Medien“-Tagung. Inhalt der Tagung sind Workshops, Diskussionsrunden sowie Vorträge von Experten und Vertretern aus der Medienpraxis zu aktuellen Fragestellungen. Unser Ziel ist es junges, kreatives Potenzial aus den Fachgebieten Print, Rundfunk, Online und Öffentlichkeitsarbeit zu bündeln. Ebenso wichtig ist dem Verein Medienstudierende die Unterstützung der jeweiligen Hochschule, die die Medienstudierendentagung austrägt. Den Studierendenvertretern aus dem deutschsprachigen Raum wird hierbei die Möglichkeit gegeben, ihr Wissen über die tägliche Fachschaftsarbeit und -organisationen auszutauschen. Dieses Wissen kann an den eigenen Hochschulen eingebracht werden und soll so die Studienbedingungen aller verbessern. Langfristiges Ziel des Vereins ist die Stärkung der Position von Medienstudierenden des deutschsprachigen Raums in diversen Fachgesellschaften und Unternehmen aus der Branche. So ermöglichen wir einen ersten Kontakt und frühen Austausch zwischen Studierenden und zukünftigen Arbeitgebern.

Dass die soziale Interaktion der Menschen mittlerweile weit über die klassische Face-to-Face Kommunikation hinaus geht, blieb auch der Wissenschaft nicht verborgen. Deshalb erhielten die Medienstudierenden in einem von fünf Workshops, nämlich „Forschung in und über Online-Communitys“ unter der Leitung von Frau Maike Klüber und Frau Dr. Sophie Einwächter, einen Einblick in die methodischen Verfahren „Netnografie“ und „Konversationsanalyse“. Anschließend analysierten die Medienstudis mithilfe ihres neu erworbenen Wissens ein Internetforum und einen ausgewählten Thread.

Schon wenige Tage später folgte die Eintragung ins Vereinsregister. Dies wäre aber nicht möglich gewesen ohne die Mitglieder, die den Verein immer unterstützt haben. Wir möchten uns bei allen für ihr Engagement bedanken. Doch damit ist noch nicht alles geschafft. Unser Verein lebt von vielen Mitgliedern. Bei uns ist jeder Medien-, Kommunikations- oder Publizistikstudierende gerne willkommen. Auch Alumni oder Fördende können gerne eintreten, um so ein Netzwerk zu erstellen. Der Austausch steht bei uns an erster Stelle.

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